Familiengartenverordnung (FGVo) 

Richtlinien zum Umgang mit bestehenden Bauten und Anlagen in städtischen Familiengartenanlagen.
 
Oktober 2014



Die Verordnung über die Benützung der Familiengärten (Familiengartenverordnung) und die Arealpläne (v.a. Soll- und Massnahmenpläne) sind die wichtigsten Instrumente zur Umsetz-ung der im städtischen Familiengartenleitbild definierten Grundsätze zur Nutzung, Gestaltung und Bewirtschaftung der Gärten.

Die Familiengartenverordnung enthält nicht nur Vorgaben zur Erstellung neuer, sondern definiert auch den Umgang mit bestehenden Bauten und Anlagen. Art. 51 der Familiengar-tenverordnung ist festgehalten, dass vor dem 1.1.2015 erstellte Bauten und Anlagen, welche den Vorschriften widersprechen, auf Zusehen hin toleriert werden. Wo wichtige öffentliche und private Interessen tangiert sind, kann die Stadtgärtnerei jedoch unter Einhaltung einer angemessenen Frist die Anpassung von vorschriftswidrigen Bauten und Anlagen anordnen.

Auf dieser Basis werden in dieser Richtlinie konkrete Fristen für den Rückbau einzelner, im Widerspruch zu Familiengartenverordnung und / oder zu den Arealplänen stehender Bauten und Anlagen sowie Pflanzungen definiert.

Anpassungen können weiterhin verlangt werden bei einem Wechsel des Parzellennutzers oder bei Bauprojekten des Parzellen- oder Arealnutzers. Wird ein Baugesuch für die Erstellung einer bestimmten Baute oder Anlage eingereicht, prüft die zuständige Stelle (Arealnutzer, Stadtgärtnerei), ob alle bereits bestehenden Bauten und Anlagen sowie Pflanzungen den Vorschriften der Familiengartenverordnung und des Arealplans entsprechen. Wo dies nicht der Fall ist, wird die Erteilung einer Bewilligung in der Regel an eine Anpassung der vorschriftswidrigen Elemente geknüpft.

In den Parzellennutzungsverträgen ist jeweils aufzuführen, welche Abweichungen der Bestand einer Gartenparzelle (Bauten, Anlagen, Pflanzungen) zu den Bestimmungen der Familiengartenverordnung und / oder zu den Festlegungen im Arealplan hat. Zudem sind die erforderlichen Massnahmen, etwa Rückbauten oder bauliche Anpassungen, unter Beachtung der nachfolgend genannten Fristen festzuhalten.

Der Stadtrat Luzern beschliesst:
Verordnung über die Benützung der Familiengärten vom 19. November 2014
Der Stadtrat von Luzern, gestützt auf Art. 38 der Gemeindeverordnung der Stadt Luzern vom 7. Februar 1999, beschliesst:
Frist: 1 Jahr
Massnahme                                                                               Akteur                         FGVo
Entfernung von invasiven Problempflanzen                         Parzellennutzer/in      Art.15.2
Entfernung von Arealeinzäunungen mit Stacheldraht         Arealnutzer                 Art. 23
Entfernung nicht zulässiger Einzäunung (z. Bsp. Ma-         Parzellennutzer/in        Art. 29
schendraht, Lattenzäune) von Familiengartenparzellen
Entfernung von Antennen und Satellitenempfängern          Parzellennutzer/in      Art. 46

Frist: 2 Jahre
Massnahme                                                                                Akteur                         FGVo
Entfernung nicht zulässiger Pflanzungen aus standort-      Arealnutzer                 Art. 16
fremden, immergrünen Arten an den Arealaussengren-
zen
Entfernung nicht zulässiger Pflanzungen aus standort-      Parzellennutzer/in        Art. 16
fremden, immergrünen Arten im Parzellenbereich
 
Entfernung nicht zugelassener Kleinbauten (v. a. Sicht-
Schutzwände)                                                                              Parzellennutzer/in             Art. 38

Frist: 5 Jahre
Massnahme                                                                                 Akteur                         FGVo
Rückbau von nicht zulässigen Kleintiergehegen                   Parzellennutzer/in        Art. 19

Bauliche Anpassungen von Arealeinzäunungen mit nicht    Arealnutzer                 Art. 29.3
zulässiger Höhe und Materialisierung sowie im Unterab-
stand zu Wald und Gewässern

Rückbau bzw. Ersatz von nicht mit Gas betriebenen Ein-     Parzellennutzer/in      Art. 44
zelfeuerungsanlagen (z. Bsp. Holzöfen) sowie Anpassung
in Bezug auf die erforderliche Kaminhöhe

Rückbau von Wasseranschlüssen in und an Gartenhäus-    Parzellennutzer/in      Art. 45
chen, Anbauten und Pergolen

Reduktion von Bodenversiegelungen bei Überschreitung     Parzellennutzer/in      Art. 47
der max. Versiegelungsanteile (auf 40 m/2 bzw. max.
20% der Parzellengrösse)

Art. 15.2 Die Einstufung einer Art als Problempflanze stütz sich auf die fachlichen Grundlagen des Bundes (v. a. Schwarze Liste und Watch-Liste der invasiven Neophyten, www.infoflora.ch)

Art. 29.3 Für Zäune im Unterabstand zum Wald gelten die entsprechenden Vorschriften der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (www.lawa.lu.ch, Downloads Merkblätter). Für unmittelbar am Waldrand verlaufende Zäune, welche diesen Vorschriften widersprechen, gilt eine höhere Dringlichkeit. Hier beträgt die Frist 2 Jahre.

I.                Allgemeine Bestimmungen
Art. 1        Geltungsbereich
Die Familiengartenverordnung gilt für die Benützung aller Familiengartenareale im Eigentum der Stadt Luzern.

Art. 2        Zweck
Die Familiengartenverordnung bezweckt:
            a.   Die Erhaltung und Förderung von vielfältig strukturierten,
                  familienfreundlichen Familiengartenarealen mit einem hohen ökologischen und
                  sozialen Wert.
            b.   Die umweltschonende, naturnahe, nicht gewerbsmässige Nutzung der 
                  Familiengärten.
            c.   Die gute Gestaltung von Bauten und Anlagen.
            d.   Die gute Einordnung der Familiengartenareale in die Quartierumgebung.
            e.   Den Schutz der Parzellennutzer/innen sowie der Nachbarschaft vor 
                  übermässigen Emissionen durch die Nutzung der Familiengärten.
           
Art. 3        Zuständigkeit
Die Stadtgärtnerei Luzern ist die zuständige Städtische Stelle.

Art. 4        Begriffe
            a.   Familiengarten: Fläche im Eigentum der Stadt Luzern, die zur nicht gewerbs-
                  mässigen, vorwiegend gärtnerischen Nutzung und zur Erholung durch die Stadt 
                  Luzern arealweise zur Nutzung vergeben wird.
            b.   Familiengartenareal: Areal, das mehrere Familiengartenparzellen sowie Gemein-
                  schaftsbereiche umfasst und für das der Stadtrat einen Arealplan erstellen         
                  kann.
            c.   Familiengartenparzelle (Parzelle): Fläche in einem Familiengartenareal, die
                  Parzellennutzer/innen zur individuellen Nutzung überlassen wird.
            d.   Gemeinschaftsgarten: Gartenfläche, die von mehreren Personen gemeinsam
                  bewirtschaftet wird. Bauten und Anlagen werden gemeinsam genutzt.
            e.   Gemeinschaftsbereiche: Wege, Spielplätze und andere Bereiche von
                  Familiengartenarealen, die der gemeinschaftlichen Nutzung durch die
                  Parzellennutzer/innen dienen. Eine Nutzung durch Dritte wird einzelfallweise
                  festgelegt.
            f.   Arealnutzer: Familiengartenvereine und andere Vereinigungen mit ähnlicher
                  Zweckbestimmung, denen die Stadt Luzern ein Familiengartenareal als Ganzes   
                  zur Nutzung übergibt und die Familiengartenparzellen an die Parzellennutzer/in-
                  nen vergeben.
            g.   Parzellennutzer/innen: Nutzer der Familiengartenparzelle.

Art. 5     Grundsätze der Nutzung
               Die Familiengartenareale dienen:
5.1         Dem Anbau von Gemüse, Blumen, Beeren und Zwergobst zur Selbstversorgung, 
               der Erholung.
5.2         In Familiengartenarealen sind Garten- und Gerätehäuschen sowie
               gemeinschaftliche Gebäude und Anlagen, die für den Betrieb der Areale notwendig
               sind, zulässig.
               Verboten sind insbesondere:
            a.   Nutzung zu gewerblichen Zwecken und zu Wohnzwecken (insbesondere
                  Übernachtung).
            b.   Kleintierhaltung.
            c.   Parkplätze für Dritte.

Art. 6     Arealplan
6.1         In Arealplänen werden gewünschte künftige räumliche Entwicklungen für die                           Familiengartenareale festgelegt.
6.2         In Arealplänen werden räumliche Konkretisierungen sowie Differenzierungen 
               gegenüber
               der Familiengartenverordnung festgelegt. Die Bestimmungen im Arealplan gehen
               gegenüber der Familiengartenverordnung vor.
6.3         Die Arealpläne berücksichtigen übergeordnete Festlegungen, insbesondere die
               Arealbaubewilligung, Schutz- Gefahrenzonen, Wald- und Gewässerabstände sowie
               privatrechtliche Regelungen.

Art. 7     Arealbaubewilligung
               Soweit notwendig, werden für die Familiengartenareale Baubewilligungsverfahren
               durchgeführt. Das Gesuch wird durch die zuständige städtische Stelle eingereicht.

Art. 8     Areal- und Parzellennutzungsvertrag
8.1         Die Stadtgärtnerei setzt für die Bewirtschaftung eines Familiengartenareals mit
               dem Arealnutzungsvertrag einen Arealnutzer ein.
8.2         Der Arealnutzer regelt die Benützung mit der Parzellennutzer/in im 
               Nutzungsvertrag für die Familiengartenparzelle. Die Stadtgärtnerei gibt dem 
               Arealnutzer den Nutzungsvertrag für die Familiengartenparzelle verbindlich vor.
8.3         Der Arealnutzer setzt den Nutzungsvertrag für die Familiengartenparzelle
               gegenüber der Parzellennutzer/in durch.
 
Art. 9     Beiträge an Arealnutzer
               Die Stadtgärtnerei kann im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten
               Unterstützungsbeiträge an Projekte des Arealnutzers ausrichten, an denen ein
               öffentliches Interesse besteht.

Art. 10   Wohnsitzpflicht
10.1       Die Parzellennutzer/innen von Familiengartenparzellen müssen ihren Wohnsitz in
               der Stadt Luzern oder eingemeindeten Gemeinden haben. Wer vor dem 1. Januar
               2012 eine Familiengartenparzelle übernommen hat, ist von der Wohnsitzpflicht
               ausgenommen.
10.2       Bei einem Wegzug der Parzellennutzer/in aus der Stadt Luzern und der einge-
               meindeten Gemeinde, erlischt das Vertragsverhältnis zwischen Arealnutzer und
               Parzellennutzer/innen ohne Kündigung auf den nächstmöglichen Kündigungster-
               min.
10.3       Der Arealnutzer kann den Nutzungsvertrag für die Familiengartenparzelle auf ein
               begründetes Gesuch hin um maximal 3 Jahre verlängern. Dazu ist die schriftliche
               Zustimmung der Stadtgärtnerei erforderlich. Der Arealnutzer kann eine Verlänge-
               rung ohne Grundangabe ablehnen. Verlängerungen können nur bewilligt werden,                     sofern keine anderweitige Nachfrage nach der Familiengartenparzelle (Warteliste)
                besteht.
10.4        Die Parzellennutzer/in ohne Wohnsitz in der Stadt Luzern hat für den Zeitraum 
                einer allfälligen Vertragsverlängerung einen jährlichen Zuschlag zum Nutzungs- 
                entgelt von Fr. 200.00 direkt an die Stadt Luzern zu bezahlen.

Art. 11   Weitergabe Familiengartenparzelle und Übernahmeentschädigung
11.1       Der/die nachfolgende Parzellennutzer/in einer Familiengartenparzelle kann die 
               auf der Parzelle    verbleibenden Bauten und Anlagen übernehmen. Die Über-
               nahmeentschädigung darf den Betrag von Fr. 5'000.00 nicht überschreiten. 
               Dieser Betrag passt sich der Preisentwicklung des Landesindex der Konsumen-
               tenpreise an. Freiwerdende Familiengartenparzellen sind öffentlich (vereinseigne
               Website) auszuschreiben.
11.2       Der Arealnutzer regelt die Modalitäten der Parzellenübergabe. Es ist ein schrift-
               liches, von den Parteien (aktueller Parzellennutzer, neuer Parzellennutzer, 
               Arealnutzer) unterzeichnetes Übernahmeprotokoll zu verfassen.

I.             Umweltschonende Bewirtschaftung
Art. 12   Bodennutzung
               Familiengärten sind naturnah zu bewirtschaften. Die Bewirtschaftung orientiert 
               sich an anerkannten Grundsätzen des biologischen Gartenbaus. Insbesondere 
               sind folgende Mindestbestimmungen einzuhalten:
               a.   Der Boden ist schonend zu bearbeiten. Der Einsatz von Bodenhacken ist
                     erlaubt.
               b.   Zur Düngung und Bodenverbesserung sind Kompost, Mist, Pflanzenjauche,
                     Gründüngung und andere für den biologischen Gartenbau zugelassene
                     Düngemittel zu verwenden. Der Ersatz von chemisch-synthetischen
                     Düngemitteln (Kunstdünger) ist untersagt.
               c.   Die Düngung darf den Bedarf der Kulturen nicht übersteigen. Die
                     Arealnutzer sind verpflichtet, alle fünf Jahre Nährstoffuntersuchungen
                     durchführen zu lassen. Sie geben die Ergebnisse der Stadtgärtnerei
                     bekannt.
               d.   Der Pflanzenschutz hat in erster Linie durch vorbeugende Massnahmen
                     zu erfolgen. Bei starkem Schädlings- oder Krankheitsbefall dürfen nur für
                     den biologischen Gartenbau zugelassene Hilfsstoffe eingesetzt werden.
               e.   Der Einsatz von Unkrautvertilgungsmittel ist auf allen Flächen im Areal
                     (Gärten, Wegen, Kiesplätzen usw.) verboten.
               f.    Der Einsatz von Torf ist verboten.
               g.   Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist verboten.

Art. 13     Bäume, Obstbäume
13.1         Das Pflanzen von Niederstamm-Obstbäumen an geeigneten Standorten sowie     
                 die sachgerechte Pflege sind erwünscht.
13.2         Im Arealplan festgehaltene Bäume sind zu erhalten. Abgehende Bäume sind nach
                 Absprache mit der Stadtgärtnerei zu ersetzen.
13.3         Das Fällen von Bäumen bedarf der Zustimmung der Stadtgärtnerei. Im Übrigen
                 gilt Art. 46 des Bau- Zonenreglements.
13.4         Auf Familiengartenparzellen ist die Pflanzung von Nadelbäumen verboten.
13.5         Das Pflanzen von gross wachsenden Bäumen in Gemeinschaftsbereichen ist mit
                 der Stadtgärtnerei abzusprechen.

Art. 14     Lebhäge und Wildhecken
14.1         Lebhäge und Wildhecken sind nur an den Arealaussengrenzen und in         
                 Gemeinschaftsbereichen zulässig. Ausnahmen können im Arealplan festgesetzt 
                 werden.
14.2         Lebhäge sind regelmässig zu schneiden und dürfen die Höhe von 1.20 m 
                 ganzjährig nicht überschreiten. Für Lebhäge sind einheimische Pflanzen wie
                 Hainbuche, Liguster, Kornelkirsche u.a. zu verwenden.
14.3         Wildhecken sind regelmässig und sachgerecht zu pflegen.

Art. 15     Bekämpfung von Problempflanzen
15.1         Als Problempflanzen gelten:
                 - Invasive Neophyten, d.h. standortfremde, sich stark ausbreitende Pflanzen wie 
                   beispielsweise nordamerikanische Goldruten, Sommerflieder, Japanknöterich, 
                   Ambrosia, oder Riesenbärenklau.
                 - Wirtspflanzen von bedeutenden Pflanzenkrankheiten wie z. Bsp. Cotoneaster
                   (Wirtspflanze für Feuerbrand) oder anfällige Wacholderarten (Wirtspflanze für
                   Birnengitterrost).
15.2         Problempflanzen dürfen nicht ausgesät, gepflanzt oder auf andere Weise
                 verbreitet werden.
15.3         Vorhandene oder von selbst aufkommende Problempflanzen sind vollständig zu
                 Entfernen und sachgerecht zu entsorgen.
15.4         Die Bekämpfung seuchenartig auftretenden Krankheiten (z. Bsp. Feuerbrand,
                 Gitterrost) kann durch den Arealnutzer oder die Stadtgärtnerei angeordnet 
                 werden.

Art. 16     Standortfremde immergrüne Pflanzen
16.1         Das pflanzen von standortfremden immergrünen Pflanzen (insbesondere Thuja,
                 Zypressen, Scheinzypressen, Kirschlorbeer, Bambus) ist untersagt.
16.2         Bestehende standortfremde immergrüne Pflanzen sind spätestens bei Wechsel 
                 der Parzellennutzer/in zu entfernen. Die Stadtgärtnerei oder der Arealnutzer 
                 können jederzeit die Beseitigung verlangen.

Art. 17     Höhe und Abstände von Pflanzen
17.1
         Bäume und Sträucher auf Familiengartenparzellen sind regelmässig so zu   
                 schneiden, dass sie Nachbarparzellen nicht erheblich beeinträchtigen.
17.2         Bei der Neupflanzung von Obstbäumen und gross wachsenden Sträuchern auf
                 Familiengartenparzellen ist von der Parzellengrenze ein Mindestabstand von
                 2.50 m einzuhalten. Obstbäume und Sträucher, die kleiner als 3.00 m gehalten
                 werden, dürfen in einem Abstand von 1.50 m zur Parzellengrenze gepflanzt 
                 werden, freistehende Beerensträucher in einem Abstand von 0.80 m.
17.3         Bestehende Sträucher, Beerenreihen und Pflanzengerüste, welche die
                 vorgeschriebenen Pflanzabstände unterschreiten oder die zulässige Höhe
                 überschreiten und die Nutzung von Nachbarparzellen erheblich 
                 beeinträchtigen, sind auf Verlangen des Arealnutzers zu entfernen.

Art. 18     Verwendung von Regenwasser
18.1         Für die Bewässerung der Kulturen ist in erster Linie Regenwasser zu
                 verwenden. Das Dachwasser von Gartenhaus und Anbau soll in einem
                 Regenwasserbehälter mit einem Volumen von mindestens 200 l gesammelt
                 werden. Die Wasserbehälter sind zum Schutz von Kleinkindern und Tieren
                 abzudecken (Ertrinkungsgefahr).
18.2         Überschüssiges Dachwasser muss auf der Familiengartenparzelle zur
                 Versickerung gebracht werden. Die gezielte Ableitung von Regenwasser über
                 die Parzellengrenze hinweg ist nicht gestattet. Vorbehalten bleibt der Betrieb
                 gemeinschaftlicher Regenwassersammel- bzw. Versickerungsanlagen.
 
Art. 19     Haustiere, Wildtiere und Kleintierhaltung
19.1         Das frei Laufenlassen von Haustieren sowie das Füttern von Katzen und wild
                 lebenden Säugetieren (z. Bsp. Füchsen) ist verboten.
19.2         Im Areal lebende Wildtiere wie Vögel, Igel, Eidechsen, Tagfalter und andere
                 sind zu schonen und zu fördern.
19.3         Die Haltung von Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen, Bienen,
                 Hausgeflügel (Hühner, Enten, Gänse oder Tauben) ist nicht gestattet.

Art. 20     Kompostierung, Entsorgung von Garten- und anderen Abfällen
20.1         Gartenabraum (Gras, Laub, Stauden- und Strauchschnitt usw.) ist auf der
                 Familiengartenparzelle oder auf Gemeinschaftskompostplätzen fachgerecht
                 zu kompostieren. Der Kompost ist in den Familiengärten zu verwerten.
20.2         Die Kompostierung muss in dafür geeigneten Anlagen und Behältern (z. Bsp.
                 Einfassung mit Drahtgeflecht, Holz) erfolgen. Die Komposthaufen dürfen
                 nicht entlang der Hauptwege angelegt werden.
20.3         Alle anderen Abfälle wie Bauschutt, Grillasche, Verpackungen usw. sind auf
                 ordentlichem Weg der öffentlichen Entsorgung zu übergeben.
20.4         Es ist verboten, Gartenabraum, Steine, Erdmaterial und dergleichen im Wald,
                 in Bächen und Hecken oder auf sonstigen Flächen ausserhalb des Familien-
                 gartenareals zu lagern.
 
Art. 21     Verbot der Abfallverbrennung
                  Das Verbrennen von Abfällen jeglicher Art, auch in kleineren Mengen, ist
                  verboten. Zuwiderhandlungen werden zur Anzeige gebracht und berechtigen
                  den Arealnutzer zur fristlosen Kündigung des Parzellennutzungsvertrages.

Art. 22     Vermeidung von Lärm
                  Starken Lärm verursachende Arbeiten dürfen nur an Werktagen in der Zeit von                          08.0 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 20.00 Uhr sowie an Samstagen von         
                  08.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr ausgeführt werden.

Art. 23     Verwendung und Lagerung von Materialien
23.1         Für den Anstrich oder die Imprägnierung insbesondere von Bauten, Anlagen,                             Kisten und Pfählen sind wasserlösliche Mittel zu verwenden.
23.2         In Familiengärten darf nur Material gelagert werden, das im Zusammenhang                           mit der zulässigen Nutzung der Familiengärten benötigt wird. Das Lagern       
                 von anderem Material ist verboten.
23.3         Umweltgefährdende und feuergefährliche Flüssigkeiten und Stoffe (z. Bsp.
                 Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Brennstoffe) dürfen nur im Rahmen des
                 laufenden Bedarfs und Gemäss den gesetzlichen Vorschriften bzw. denjeni-
                 gen des Herstellers gelagert werden. 
23.4         Das Verwenden von Stacheldraht ist verboten

Art. 24     Umgang mit Eisenbahnschwellen
24.1         Das Verwenden von imprägnierten Eisenbahnschwellen ist verboten.
24.2         Vorhandene Bahnschwellen sind in der Regel bei Wechsel der Parzellen-
                 nutzer/in zu entfernen und fachgerecht zu entsorgen. Die Stadtgärtnerei oder der
                 Arealnutzer können jederzeit die Beseitigung verlangen.
24.3         Bei Bahnschwellen, welche nur mit erheblichem Aufwand beseitigt werden
                 können (z. Bsp. bei Hangverbauungen), entscheidet die Stadtgärtnerei im
                 Einzelfall über das Vorgehen.

Art. 25     Orientierungs- und Meldepflicht
25.1         Der Arealnutzer sorgt dafür, dass Parzellennutzer/innen regelmässig über die
                 wichtigsten Grundsätze zur Vermeidung von Umweltbelastung orientiert werden.
25.2         Die Parzellennutzer/innen von Familiengartenparzellen sind verpflichtet, bei
                 ausserordentlichen Vorkommnissen wie Brandereignissen oder Boden- und
                 Gewässerbelastungen den Arealnutzer sofort zu informieren und nötigenfalls
                 geeignete Sofortmassnahmen einzuleiten.
25.3         Bei festgestellten oder vermuteten Belastungen informiert der Arealnutzer 
                 die Stadtgärtnerei. Die Stadtgärtnerei ordnet die notwendigen Massnahmen an.

Art. 26     Umweltfonds
26.1         Die Parzellennutzer/innen bezahlen einen jährlichen Beitrag von Fr. 20.00 in den
                 Umweltfond für Familiengärten, der in der Rechnung der Stadt Luzern geführt
                 wird. Die Entnahmen aus dem Fonds werden jährlich im Voranschlag global
                 budgetiert.
26.2         Der Fonds bezweckt, die Familiengärten durch präventive Massnahmen vor
                 Umweltbelastungen zu schützen bzw. bei bereits bestehender übermässiger
                 Belastung zu sanieren.
26.3         Erste Priorität hat die finanzielle Unterstützung der gemäss Art. 12 geforderten
                 regelmässigen Bodenuntersuchungen (Nährstoffe). Weitere unterstützungswür-
                 dige Massnahmen sind insbesondere:
                 a)   Rückbau und fachgerechte Entsorgung von Hangverbauungen aus         
                        Eisenbahnschwellen.
                  b)   Rückbau und fachgerechte Entsorgung von asbesthaltigen Eternitdächern.
                  c)   Entfernung von Bauten und Anlagen im Bereich ökologisch sensiblen
                        Gebiete (z. Bsp. Waldränder).
                  d)   Entfernung nicht standortgerechter Pflanzungen (v. a. invasive Neophyten).
                  e)   Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Familiengärtner im Bereich
                        natur- und umweltschonendes Gärtnern.
26.4         Die Unterstützung von Massnahmen erfolgt aufgrund von schriftlichen Gesuchen
                 der Arealnutzer.
26.5         Die Stadtgärtnerei beurteilt in Absprache mit der Dienstabteilung Umweltschutz
                 die Gesuche auf ihre Unterstützungswürdigkeit und legt die Beiträge
                 entsprechend der Priorisierung der Massnahmen und der zur Verfügung
                 stehenden Mittel fest.

I.               Bauvorgaben
Art. 27     Planungs- und Baugesetz
                 Das Planungs- und Baugesetz ist einzuhalten. Falls notwendig, ist ein
                 Baubewilligungsverfahren durchzuführen.

Art. 28      Gemeinschaftliche Bauten und Anlagen 
28.1          Als gemeinschaftlich gelten Bauten und Anlagen, welche:
                  a)   In den Familiengartenarealen die Ver- und Entsorgung sichern wie       
                         (Parkplätze, Container und Kompostplätze, sanitäre Anlagen, Lagerung und                               Verkauf von Produkten für den Gartenbedarf).
                  b)   Die Gemeinschaft der Parzellennutzer/innen fördern wie (Gemeinschafts-
                         haus, Spielplätze).
                  c)   Ermöglichen, dass die Familiengartenareale auch von der Bevölkerung zur
                        Erholung genutzt werden können wie (Gehwege, Sitzbänke).
28.2         Die Erstellung und bauliche Änderung von gemeinschaftlichen Bauten, Anlagen,
                 Einrichtungen sowie von Erschliessungsanlagen bedürfen der Zustimmung der
                 Stadtgärtnerei.
28.3         Die Wasserentnahme aus dem Grundwasser oder aus öffentlichen Oberflächenge-
                 wässern bedarf der Zustimmung der Stadtgärtnerei sowie der Bewilligung der
                 zuständigen kantonalen Fachstelle.

Art. 29     Arealbegrenzung
29.1         Familiengartenareale dürfen nur an ihren Aussengrenzen entlang von öffentlichen
                 Wegen abgezäunt werden.
 29.2        Arealeinzäunungen dürfen nicht höher als 1.2 m sein und sind so zu gestalten,
                 dass die Areale von aussen einsehbar bleiben und keine Barrieren für Igel und 
                 andere Kleintiere bilden (Lichtmass mind. 0.10 m).
29.3         Aus besonderen Gründen notwendige höhere Zäune sowie Schutzwände und
                 Mauern an der Arealaussengrenze sind nur an den im Arealplan bezeichneten
                 Stellen zulässig.
29.4         Familiengartenparzellen haben einen offenen Charakter aufzuweisen.
                 Sichtschutzwände und Zäune (Maschendrahtzäune, Lattenzäune usw.) sind
                 verboten.
29.5         Der Arealnutzer hat das Recht, zum Schutz des Zauns entlang des Waldrandes
                 bis max. 1.00 m hinter dem Zaun zu mähen und junge Bäume zu entfernen. Die
                 Bewirtschaftung des Waldrandes erfolgt in regelmässigen Abständen mit dem
                 Ziel eines abgestuften Waldrands. Die Stadt Luzern vollzieht dies auf den eigenen
                 Flächen und setzt sich auf Drittflächen dafür ein.

Art. 30     Begrenzung von Bauten und Anlagen auf Familiengartenparzellen
30.1          Anzahl, Grösse und Standard von Bauten und Anlagen sind auf dasjenige Mass                      zu beschränken das der zulässigen Nutzung Parzelle entspricht.
30.2          Die Grundfläche von Gartenhaus, Anbau und Schattenplatz/Pergola darf   
                  insgesamt nicht mehr als 20 m/2 betragen.

Art. 31     Baubereiche im Arealplan und Abstand von Bauten
31.1          Bauten und Anlagen dürfen nur in den im Arealplan bezeichneten Baubereichen
                  und gemäss den dort vorgegebenen Begrenzungen erstellt werden.                 
31.2          Gartenhäuser und Anbauten benachbarter Familiengartenparzellen dürfen
                  einseitig aneinandergebaut werden. Ansonsten ist ein Grenzabstand zur
                  Nachbarparzelle von mindestens 1.50 m einzuhalten.

Art. 32     Zulässige Bauten und Anlagen auf Familiengartenparzellen
32.1         Die Erstellung und bauliche Änderung von Bauten und Anlagen bedürfen der
                 schriftlichen Zustimmung des Arealnutzers. Zusätzlich bedürfen die Erstellung
                 und die baulichen Änderungen und Anlagen gemäss Abs. 2 lit. a und b der
                 Zustimmung durch die Stadtgärtnerei. Die Stadtgärtnerei regelt das Verfahren.
32.2         Auf einer Familiengartenparzelle dürfen vorbehaltlich der im Arealplan
                 festgelegten Abweichungen und der Bestimmungen über die Bodenversiegelung 
                 höchstens je eine der folgenden Bauten und Anlagen erstellt werden:
                 a.   Gartenhaus.
                 b.   Anbau oder gedeckter Sitzplatz.
                 c.   Schattenplatz/Pergola.
                 d.   Gerätekiste.
                 e.   Tomatenhaus, Frühbeetkasten und Beetabdeckungen.
                 f.    Cheminée, Feuerstelle oder Pizzaofen.
                 g.   Solaranlage.
                 h.   Kleinteich.
                 i.    Einzelwasseranschluss.
                 j.    Feuerungsanlage im Gartenhaus

Art. 33     Gartenhaus
33.1          Die Grundfläche des Gartenhauses darf max. 7.50 m/2 betragen.
33.2          Die max. Firsthöhe beträgt bei Sattel- und Pultdächer 3.00 m, gemessen ab 
                  Unterkante Boden des Gartenhauses.
33.3          Der Einbau von Toiletten ist nicht gestattet.
33.4          Bei Parzellen mit einer Fläche unter 100 m/2 sind keine Gartenhäuschen
                  zulässig.

Art. 34      Anbau oder gedeckter Sitzplatz     
34.1           Ein Anbau ist ein an das Gartenhaus auf einer Seite angebauter, vom
                   Gartenhaus konstruktiv getrennter, d. h. separat demontierbarer, gedeckter und
                   seitlich mehrheitlich offener Witterungsschutz.
34.2           Der Anbau darf das Gartenhaus in der Höhe nicht überragen.
34.3           Die Grundfläche des Anbaus darf max. 7.50 m/2 betragen. Die drei nicht ans
                   Gartenhaus angebauten Seiten müssen insgesamt mehrheitlich offen sein.
34.4           Auf Familiengartenparzellen ohne Gartenhaus darf ein freistehender gedeckter
                    Sitzplatz max. mit den Ausmassen eines Gartenhauses erstellt werden.

Art. 35       Gemeinsame Bestimmungen für Gartenhaus und Anbau
35.1            Die max. Länge des Gartenhauses darf einschliesslich Anbau 5.50 m nicht 
                    überschreiten.
35.2            Es sind nur Primärkonstruktionen und Wände aus Holz zulässig. Für den 
                    Anstrich ist ein grauer, brauner oder roter Farbton zu wählen. Mauerwerk und
                    Beton sind verboten.
35.3            Zur Fundation sind nur Punktfundamente zulässig. Fundamente dürfen das
                    gewachsene Terrain um max. 0.20 m überragen, bei stark geneigtem Terrain
                    dürfen sie 0.20 m über der höheren Böschungskante liegen.
35.4            Dächer müssen aus schwer entflammbarem, nicht reflektierendem Material wie
                    Ziegel, Faserzement (Eternit) oder Bitumenschiefer bestehen. Blechdächer sind
                    nicht gestattet. Der Dachvorsprung darf nicht mehr als 0.50 m betragen.

Art. 36        Schattenplatz/Pergola
36.1            Ein Schattenplatz (auch Pergola) ist ein mit einer leichten Stützkonstruktion
                     ohne festes Dach und ohne Seitenwände überdeckter Platz mit einer Grund-
                     fläche von max. 10.00 m/2 und einer Höhe von max. 2.50 m. Die Stützkon-
                     struktion ist in der Regel mit Pflanzen bewachsen.
36.2             Die Stützkonstruktion hat zur Parzellengrenze einen Abstand von mind. 1.50 m
                     einzuhalten. Bei Wegen zwischen angrenzenden Parzellen gilt die Wegmitte als
                     Grenze. Der Mindestabstand zur Arealaussengrenze beträgt 3.50 m. Es sind 
                     nur Punktfundamente zulässig.

Art. 37         Gerätekiste
37.1             Gerätekisten dürfen höchstens 4.00 m lang, 0.75 m breit und 0.90 m hoch sein.

Art. 38         Pflanzengerüste, Sichtschutzwände
38.1             Pflanzengerüste sind allseits offene, leichte Stützkonstruktionen für Kletter- 
                     und Spalierpflanzen wie z. Bsp. Brombeeren, Himbeeren, Reben und Kletter-
                     rosen. Als Pflanzgerüste gelten auch Rosenbögen und ähnliche leichte
                     Pflanzenstützkonstruktionen.
38.2             Pflanzengerüste dürfen die Höhe von 2.00 m nicht überschreiten.
38.3             Sichtschutzwände und ähnliche teilweise geschlossene Konstruktionen sind –
                     auch wenn sie bewachsen sind – auf Familiengartenparzellen nicht zulässig.

Art. 39         Tomatenhaus, Frühbeetkästen und Beetabdeckungen
39.1              Als Tomatenhaus gelten Konstruktionen mit einer Klimahülle zur 
                      Pflanzenproduktion. Die Klimahülle muss witterungsbeständig sein und darf
                      bei Bruch nicht splittern (kein Fensterglas).
39.2              Das Tomatenhaus darf eine Grundfläche von max. 5.00 m/2 und eine Höhe 
                      von max. 1.80 m ab gewachsenem Terrain aufweisen. Es sind nur
                      Punktfundamente zulässig.
39.3              Saisonbedingte, provisorische Klimahüllen sind nur im Zeitraum 1. März bis
                      31. Oktober zulässig.
39.4              Treibbeete und einfache Beetabdeckungen (mit Folien, Vlies usw.) sind bis zu
                      einer Höhe von max. 0.60 m zulässig und gelten nicht als Tomatenhaus. Pro
                      Gartenparzelle ist ein Treibbeet mit einer max. Länge von 5.00 m zulässig.

Art. 40         Cheminée, Feuerstelle und Pizzaofen
40.1              Cheminée, Pizzaofen oder Feuerstelle sind so zu platzieren, dass die
                      Nachbarschaft durch Rauch und Gerüche möglichst wenig belästigt wird.
                      Gegenüber der Parzellengrenze und gegenüber Bauten ist ein Abstand von
                       min. 1.50 m einzuhalten.
40.2               Als Brennstoffe dürfen nur naturbelassenes, trockenes Holz, Holzkohle sowie
                       Gas verwendet werden.
40.3               Die Grundfläche des Feuerraumes darf höchstens 0.70 m/2 (Innenmass)
                        betragen. Die Höhe von Cheminées und Pizzaöfen darf inkl. Rauchabzug-
                        Vorrichtung nicht höher als 1.80 m ab gewachsenem Terrain sein.
40.4                Einfach Feuerstellen müssen mit einer festen Bodenplatte versehen und
                        seitlich mit Steinen sauber begrenzt sein.

Art. 41           Solaranlage
41.1               Solaranlagen sind zulässig. Sie dürfen den Dachfirst nicht überragen. Die max.
                        Leistung pro Gartenparzelle darf 60 Watt nicht überschreiten. Der Arealnutzer
                         regelt dazu die weiteren Einzelheiten.
 
Art. 42            Kleinteich
                        Auf Familiengartenparzellen ist ein Kleinteich mit einer max.     
                        Wasseroberfläche von
                        3.00 m/2 (bei kreisförmiger Gestaltung max. 2.00 m Durchmesser) und einer
                         max. Wassertiefe von 0.60 m zulässig. Die Speisung erfolgt mit
                         Regenwasser.
42.2                 Bei Kleinteichen sind die einschlägigen Sicherheitsbestimmungen
                         (insbesondere der  bfu-Beratungsstelle für Unfallverhütung) zu beachten.

Art. 43            Unterirdische Bauten und Anlagen
                         Die Erstellung von unterirdischen Bauten und Anlagen ist verboten.
 
Art. 44            Vorschriften für den Betrieb von Feuerungsanlagen in Gartenhäusern
44.1                 Für den Betrieb von Einzelfeuerungsanlagen in Gartenhäusern ist als
                         Brennstoff nur Gas zugelassen.
44.2                 Die Abgase der Feuerungsanlage sind in Kaminanlagen über das Dach
                         abzuleiten. Die Kaminhöhe muss die Dachfläche im rechten Winkel min. um
                         1.00 m überragen.
44.3                  Nicht mit Gas betriebene Einzelfeuerungsanlagen (z. Bsp. Holzöfen) müssen
                          innert fünf Jahren nach Inkrafttreten der Familiengartenverordnung
                          stillgelegt werden.
44.4                  Feuerungsanlagen müssen die Brandschutzvorschriften der kantonalen
                          Gebäudeversicherung erfüllen.

Art. 45              Anschlüsse an das Wassernetz
45.1                  Wasseranschlüsse müssen nach den Vorschriften des Gewässerschutzes
                           eingerichtet sein. Dies bedeutet insbesondere, dass allfällig verwendete
                           Auffangbecken keinen Abfluss haben dürfen. Überschüssiges Wasser ist
                           oberflächlich versickern zu lassen.
45.2                   Der Anschluss automatischer Bewässerungsanlagen an das
                           Trinkwassernetz ist untersagt.
45.3                   Auf Familiengartenparzellen kann der Arealnutzer Einzelanschlüsse
                           zulassen. Der Anschluss muss jederzeit frei zugänglich sein.
45.4                   Anschlüsse sind nicht gestattet:
                           a.   In oder an Gartenhäuschen.
                           b.   Im Bereich von Anbauten und gedeckten Sitzplätzen.
                           c.   Schattenplätzen und Pergolen.
45.5                   Bestehende Anschlüsse müssen entfernt werden.
45.6                   Änderungen und Unterhaltsarbeiten an Haupt- und Wasserleitungen dürfen 
                           nur mit Genehmigung und unter Kontrolle des zuständigen Wasserwerkes
                           erfolgen. Für alle Schäden, die aus Zuwiderhandlung gegen diese
                           Vorschriften entstehen, haftet der Arealnutzer.

Art. 46               Verbot von Antennen
                            Aussenantennen und Satellitenempfänger sind auf Familiengartenparzellen
                            verboten.

Art. 47               Begrenzung der Bodenversiegelung
47.1                    Die mit Gartenhaus, Anbau, Gerätekiste, Platten oder ähnlichen nicht           
                            bewuchs- und sickerfähigen Materialien überdeckte Bodenfläche darf 20%
                            der Gartenparzelle nicht übersteigen. Max. 40 m/2 sind erlaubt.
47.2                    Einzelne, kleine, auf den Humus gelegte Schrittplatten (Plattenabstand
                            mind. 0.20 m) sowie Trockenmauern, Steinhaufen und ähnliche
                            ökologische wertvolle Objekte werden an die versiegelte Fläche nicht
                            angerechnet.
47.3                    Flächen- und Streifenfundamente sowie Wege und Plätze aus Gussbeton,
                            Asphalt und ähnlichen Materialien sowie das Ausfugen von Belägen mit
                            dichten Materialien (Beton, Zement, Mörtel) sind verboten.
47.4                    Fundationsschichten (z. Bsp. Kieskoffer, Splittbett) sind auf das
                            notwendige Minimum zu begrenzen.
47.5                    Bestehende Bodenversiegelungen, die über das erlaubte Mass
                            hinausgehen, sind spätestens bei einem Parzellenwechsel entsprechend
                            zu reduzieren.

Art. 48               Geländeveränderungen
48.1                    Geländeveränderungen wie Abgrabungen, Planierung, Treppen,
                            Stützmauern und dergleichen, die einen beliebigen Punkt mehr als 0.50 m
                            vom gewachsenen Terrain abweichen, bedürfen der Bewilligung durch die
                            Stadt Luzern und gegebenenfalls einer ordentlichen Baubewilligung.
48.2                    Geländeveränderungen auf Familiengartenparzellen, die in einem
                             beliebigen Punkt weniger als 0.50 m vom gewachsenen Terrain abweichen,
                             bedürfen der Zustimmung des Arealnutzers.
48.3                     Zur Hangsicherung und Terrassierung sind Trockenmauern, Steinkörbe 
                             und  vergleichbare Stützkonstruktionen zulässig. Zur Terrainbefestigung
                             dürfen nur Natursteine, Formsteine, Holzpfähle oder andere natürliche
                             Materialien verwendet werden. Die Verwendung von Ortbeton ist verboten.
48.4                     Bei Terrainveränderung ist ein Massenausgleich innerhalb der Parzelle zu
                             suchen.
48.5                     Bei bestehender Geländeveränderungen auf Familiengartenparzellen, die
                             mehr als 0.50 m vom gewachsenen Terrain abweichen, kann die
                             Stadtgärtnerei oder der Arealnutzer bei Wechsel der Parzellennutzer/in den
                             Rückbau auf ein zulässiges Mass verlangen.

Art. 49                 Parkplätze, Umschlagplätze und Behinderten Parkplätze
49.1                      Motorfahrzeuge, Fahrräder, Anhänger und andere Fahrzeuge dürfen nur an
                              den im Arealplan dafür vorgesehenen Flächen abgestellt werden.
49.2                      Das Abstellen von Fahrzeugen ausserhalb der von der Eigentümerin und   
                              den zuständigen Behörden bewilligten Parkplätzen und durch
                              unberechtigte Dritte ist nicht gestattet.
49.3                      Umschlagplätze und Behindertenparkplätze sind vom Arealnutzer als   
                              solche zu kennzeichnen.
49.4                      Der Arealnutzer setzt das Parkregime durch.

Art. 50                 Übrige temporäre Einrichtungen
50.1                      Übrige Einrichtungen wie Kompostbehälter, Regenwasser- und
                              Jauchefässer, Garten-möbel, mobile Spielgeräte und dergleichen sind so
                              aufzustellen, dass sie die Nach-barschaft nicht stören.
50.2                      Provisorische und behelfsmässige Bauten wie z. Bsp. Partyzelte bedürfen
                              einer Zustimmung des Arealnutzers. Sie sind jeweils nach spätestens 3
                              Tagen unaufgefordert wieder restlos abzuräumen. Befristete Ausnahmen
                              bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Arealnutzers.

Art. 51                  Bestehende Bauten
51.1                       Nachweislich vor dem 1. Januar 2015 erstellte Bauten und Anlagen, die
                               den Vorschriften wiedersprechen, werden auf Zusehen hin toleriert.
51.2                       Die Stadt Luzern kann jederzeit unter Einhaltung einer angemessenen     
                                Frist die Anpassung von Bauten und Anlagen, die den Vorschriften
                               wiedersprechen, sowie die Entfernung von Bauten und Anlagen die
                               ausserhalb der Baufelder im Arealplan liegen verlangen. Dies gilt
                                insbesondere für Bauten und Anlagen, die den bis zum Inkrafttreten der
                                Familiengartenverordnung gültigen Baureglemente der Vereine wieder-
                                sprechen.
51.3                        In besonderen Fällen kann der Arealnutzer oder die Stadtgärtnerei die
                                sofortige Wiederherstellung eines rechtmässigen Zustandes anordnen,
                                namentlich bei polizeiwidrigen Zuständen, bei einem Wechsel der
                                Parzellennutzer/in, bei Auflösung des Nutzungsvertrages oder bei
                                Bauprojekten des Areal- oder des Parzellennutzers/in.
51.4                        Bestehende gemeinschaftliche Bauten und Anlagen werden von der   
                                Stadtgärtnerei im Einzelfall beurteilt. Die Stadtgärtnerei verlangt
                                gegebenenfalls Anpassungen oder das Einreichen eines nachträglichen
                                ordentlichen Baugesuchs nach Massgabe der Dringlichkeit.
51.5                        Wo wichtige öffentliche oder private Interessen tangiert sind, ordnet die
                                Stadtgärtnerei die notwendigen Massnahmen an. Anordnungen anderer
                                zuständigen Bewilligungsbehörden bleiben vorbehalten. Den besonderen
                                Umständen des Einzelfalls ist mir einer Interessenabwägung und der
                                Gewährung angemessener Fristen Rechnung zu tragen.

Art. 52                   Wiederrechtliche Bauten und Anlagen
52.1                        Wird eine zustimmungs- oder bewilligungspflichtige Baute oder Anlage
                                ohne Zustimmung oder Bewilligung erstellt oder baulich verändert, so
                                fordert der Arealnutzer die Parzellennutzer/in auf, innerhalb von 30
                                Tagen ein nachträgliches Zustimmungs- und Bewilligungsgesuch.
                                Einzureichen.
52.2                        Für ordnungsgemässe Bauten und Anlagen kann die Zustimmung und
                                Bewilligung nachträglich erteilt werden. Ist die nachträgliche
                                Zustimmung oder Bewilligung nicht möglich, so ordnet der Arealnutzer
                                schriftlich die Beseitigung  der betreffenden Baute oder Anlage und die
                                Wiederherstellung eines ordnungsgemässen Zustandes innert einer
                                angemessenen Frist an.
52.3                        Für die nachträgliche Bearbeitung von Zustimmungs- und
                                Bewilligungsgesuchen kann der Arealnutzer eine dem Aufwand
                                angemessene Zusatzgebühr von Fr. 100.00 bis Fr. 500.00 erheben.
52.4                        Das Nichtbefolgen der Beseitigungsanordnung berechtigt den
                                Arealnutzer zur ordentlichen Auflösung des Parzellennutzungsvertrags.
                                Ist offensichtlich, dass die Anordnung unbeachtet bleiben wird, sowie in
                                schwerwiegenden Fällen kann die Vertragsauflösung fristlos erfolgen.

IV.                           Schlussbestimmungen
 
Art. 53                   Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Sie ist zu veröffentlichen.
 
Zustellung an:
-       Stadtkanzlei
-       Finanzinspektorat
-       Finanzdirektion
-       Stadtbuchhaltung
-       Baudirektion
-       Baudirektion Rechtsdienst
-       Immobilien
-       Immobilien Finanzliegenschaft Management
-       Städtebau
-       Stadtentwicklung
-       Direktion Umwelt, Verkehr, Sicherheit
-       Tiefbauamt
-       Stadtgärtnerei
-       Umweltschutz
 
Für getreuen Auszug
 
Toni Göpfert
Stadtschreiber